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Geschichte der Bibliothek

Mit Eintritt von Fritz Valjavec in das Südost-Institut 1935 wurde der Grundstein für eine wissenschaftliche Fachbibliothek gelegt. Darin sah dieser eine Voraussetzung für die Forschungstätigkeit des Instituts. Aus Etatgründen wurde von Anfang an dem Tauschverkehr mit anderen Bibliotheken ein Vorrang vor dem käuflichen Erwerb eingeräumt. Als das Institut 1944 wegen der Bombenangriffe auf die Stadt München verlassen musste, zählte die Bibliothek knapp 4.000 bibliografische Einheiten, die zu diesem Zeitpunkt auf vier verschiedene Orte verteilt waren. Doch überstanden nur etwa 15% davon den Krieg.
In den 1950er Jahren konnten diese Verluste allerdings durch Zukäufe und Schenkungen nahezu wieder wettgemacht werden. Hinzu kamen in dieser Zeit die Nachlässe von Carl Patsch (1956), Friedrich Wilhelm Stenner (1957, 2006 nach Kronstadt verkauft), Franz von Scheiger (1962) und Fritz Valjavec (1965/66). Auf die Zeit des Wiederaufbaus folgte in den 1970er Jahren eine Phase der Stagnation beim Bestandsaufbau. Jedoch nahm dieser in den beiden folgenden Jahrzehnten stark zu. Vor allem die Förderung der Gegenwartsabteilung durch das Auswärtige Amt und Zuschüsse der Deutschen Forschungsgemeinschaft waren dafür verantwortlich. Erst der Umzug der Gegenwartsforschung nach Berlin 2000/01 und die sich abzeichnende Verlegung des Instituts nach Regensburg beendeten die Drittmittelzuwendungen.
Mit dem Umzug nach Regensburg 2007 trat die Bibliothek in eine neue Phase ein, die einerseits von der Kooperation mit den Partnerinstituten im Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa sowie im Rahmen des Regensburger Bibliotheksverbunds (RBV) mit der Universitätsbibliothek Regensburg gekennzeichnet ist. Andererseits nimmt die Bibliothek seither am neuen Ort die Rolle einer singulären Spezialbibliothek wahr, die sich aus dem Schatten der Bayerischen Staatsbibliothek gelöst hat.